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Ginger Heart [Part 2]

von Sunflower90


Einige Monate zuvor, an einem Mittwoch Morgen:

„Miss Szabo! Schön, dass sie es auch noch geschafft haben!“ Sie warf mir einen tadelnden Blick für die 15 Minuten Verspätung zu, verdrehte die Augen und wies mich mit einer Geste auf meinen Platz.

Ich setzte ein schiefes Lächeln auf und nickte ihr zu.
„Ms. Hale.“

Unsere Blicke trafen sich für einen Moment, dann schlenderte ich zu meinem Platz, immer noch still in mich hinein lächelnd.

Rose und Hélène kicherten in der letzten Reihe, zwinkerten mir zu. Ich grinste, lies meinen Eastpack zwischen den beiden auf meinen Platz plumsen, zog gemächlich meinen Mantel aus und hängte ihn über die Stuhllehne. Ich genoss die Show, denn ich hatte die ganze Klasse zum Publikum. Alle Augen waren auf mich gerichtet, alle waren gespannt auf Ms.Hales Reaktion. Ich liebte es zu provozieren

Doch sie ging nicht darauf ein, sondern setzte direkt mit dem Unterricht fort. Sie stand auf, ging zur Tafel. Sie trug wie fast immer Blue Jeans, dazu eine roséfarbene Bluse, weiße Ballerinas sowie einen gleichfarbenen Blazer.

Ihre fuchsroten Locken waren mit einer glänzend schwarzen Spange hochgesteckt, was ihr sehr gut stand. Ihr süßer Apfelpo kam in der engen Jeans wahrhaft zur Geltung, ich musste stets an mich halten nicht zu lange daraufzustarren.
Eine Herausforderung.

Ich wusste wo sie wohnte, denn ich war ihr oft genug gefolgt, ich kannte ihre Handynummer, die ich beim letzten Klassenausflug unter einem Verwand ergattert hatte. Sie wohnte in einem Apartment in einem Mehrfamilienhaus etwas außerhalb der Stadt, alles in allem eine schöne Gegend. Wie sie uns erzählt hatte war sie nicht verheiratet, lebte nur mit einem guten Freund zusammen.

Ich persönlich hoffte, dass die beiden nicht mehr verband, als eine „gute“ Freundschaft. Nun ja, immerhin sah ich sie 4 Stunden die Woche im Englischunterricht plus 3 Stunden Theater-AG.

Manchmal redeten wir nebenbei über Privates. Nicht in der Schule, aber in der AG. Das hatte ich meinen Mitschülern voraus – meine Freundinnen Laura, Rose und Hélène waren zwar auch AG-Mitglieder, jedoch spielten sie lediglich – ich hingegen führte zusätzlich zusammen mit Ms Hales Regie.

Sie hatte mein literarisches Talent entdeckt, seitdem lies sie mich an den Drehbüchern mitschreiben. Ich hätte das auch allein gekonnt, das Schreiben war ganz meine Welt, doch letztendlich nahm ich lieber ihr Hilfe in Anspruch, brütete lieber zusammen mit ihr über den Büchern.

Die Regie war nicht allein in der AG-Zeit zu bewältigen, wir wechselten zahlreiche Emails.
Sie liebte Bronte, Jane Austen und natürlich Shakespeare. Ich hatte sie gleich anfangs nach ihren Lieblingsbüchern, den Lieblingsszenen und Zitaten befragt, versuchte diese in meinen Drehbüchern nachzuempfinden, unauffällig nachzustellen. Das waren stets die Stellen, die sie am liebsten mochte. Ich genoss ihr Lob, und den Hauch von Bewunderung, der in ihrer Stimme mitschwang. Sie schaute nicht nachunten, zu einer Schülerin, stattdessen standen wir uns gegenüber.

Ich, in Gedanken versunken, betrachtete sie zum tausendsten Mal. Wunderschön. Schöner als alles, was ich bisher kannte. Ihr Haar, die glänzenden Locken, die so herrlich nach Cranberry dufteten wenn man ihr nahe war; Ihre Haut, hell und glatt, makellos; Ihr bezaubernder, wohlgeformter Körper:

Die schmalen, zierlichen Schultern; ihre vollen Brüste, vielleicht etwas größer als normal für ihre Statur, doch sie standen ihr ausgezeichnet; Die schmale Taille, der runde Po; ihr schönen Beine – ein Traum.

Die Stunde neigte sich zum Ende zu. Ich wurde an dieser Stelle etwas melancholisch -
„Also bis morgen dann.“ verabschiedete ich mich mit einem leisen Seufzer in Gedanken.

„ Miss Szabo – auf ein Wort bitte.“ Sie lächelte mir aufmunternd zu.

Mir wurde etwas seltsam zumute. Ich wusste nicht genau was mich erwartete – Vermutlich ein Rüffel fürs Zuspätkommen.
Ich packte träge meine Sachen zusammen, wartete bis die Anderen den Raum nach und nach verließen.

„Geht schon mal vor“ murmelte ich, als ich merkte dass Rose und Hélène auf mich warteten.

Sie saß noch vorn am Pult und machte sich Notizen über den Aufsatz den sie uns für morgen aufgegeben hatte.
Ich schlenderte nach vorne, lehnte mich gegen den Schreibtisch.

Ich versuchte so cool wie möglich zu wirken.

„Na, alles klar?“ grinste ich.

Sie sah kurz auf, packte ihr Notizbuch weg und sah mich an. Ich blickte in ihre schönen, mandelförmigen, smaragdgrünen Augen, wünschte mir mich darin zu verlieren.

„Nun ja, wie Sie sich sicherlich denken können, geht es um das neue Stück fürs Halbjahr. Ich hab mich ein bisschen länger damit befasst aber ich habe einfach keine wirklich gute Idee was wir machen könnten. Ich dachte mir, vielleicht haben Sie sich bereits Gedanken gemacht.“

Verdammt, ich hatte vor lauter Schwärmerei überhaupt nicht daran gedacht!

„Ähm naja, bis jetzt auch noch nicht so wirklich. Ich mach mir heute mittag ein paar Gedanken drüber.
Nach der Schule in der „Petite Pause?“

Die „Petite Pause“ war ein beliebtes Schüler- und Studentencafé ganz in der Nähe des Internats.
Wir hatten uns noch nie fern ab der Schule verabredet, jedoch waren wir einige Male gemeinsam nach den Proben dort gewesen, um Dinge zu besprechen.

Sie zögerte einen Moment, dann sagte sie „Gut, ich hab um 16:15 Uhr Schluss, wir treffen uns dann dort?“

Mein Herz schlug für einen Moment um tausend Schläge höher. Ich traf mich mit ihr!


„Cool, dann bis später“ Ich zwinkerte ihr lässig zu. Dann drehte ich mich um und ging zur Tür; mit einem superbreiten Lächeln auf den Lippen.
Hätte ich mich noch einmal umgedreht, so hätte ich gesehen, dass auch sie leise lächelte.

Die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Slowmotion!
Ich saß in Biologie, letzte Reihe, und kritzelte gedankenversunken mit Kugelschreiber auf den Tisch.

Ein schön geschwungenes Herz; darin ein kleines MH für Myriam Hale und ein KS für mich.

„Er steht auf dich.“ Rose und Hélène kicherten und kassierten prompt einen Rüffel von Mr. Lené.

„Was?“ Ich verstand nicht was sie meinten. Hatten sie das mit Ms. Hale mitbekommen? Hatte ich sie zu auffällig angestarrt? Für einen Moment wurde mir ganz schlecht vor Angst.

„Marco.“ flüsterte Rose. „Er schaut dich immer im Englischkurs an. Ganz lange“

„Es grenzt schon fast an anstarren“ giggelte Hélène.

„Miss Verner, dürften wir bitte erfahren was hier so lustig ist? Dann können wir alle mitlachen.“ Er starrte wütend in Richtung Hélène.

„Entschuldigen Sie bitte. Es ist nichts.“ murmelte sie kleinlaut.
Ich grinste.

Aber wie zur Hölle kamen die beiden auf Marc? Den Schulmacho. Lächerlich.

Rose schob mir einen Zettel zu.
„MH = Marco Hillinger??!! ;-)“

„Nein, verdammt!“ entfuhr es mir.

„Miss Szabo, es ist genug jetzt. Bitte gehen Sie!“ Ich zuckte die Schultern, nahm meine Tasche, stand auf und ging. Immer noch geschockt über Rose's Zettel.

Die beiden dachten also... Marco saß in Englisch eine Reihe vor mir, vermutlich gingen sie davon aus dass ich ihn anstarrte.

Allein der Gedanke machte mich ärgerlich. Dieser Kerl war ein Arsch. Der letzte Arsch. Der an keinem Frauenhintern ohne einen blöden Spruch vorbeikam. Gut, er sah ganz nett aus, soweit ich das beurteilen konnte. Und trotzdem. Niemals.
Ich lief hinaus in den Park neben der Schule, setzte mich auf eine Bank, zündete mir eine Zigarette an und nahm einen tiefen Zug. Mein Hirn ratterte.

Nach einigem hin und her kam ich zu einem Schluss. Vielleicht war es doch ein guter Zufall, das die beiden auf Marco schlossen. So kam niemand auf falsche Gedanken. Gut.

Ein Seufzer. Dann stand ich auf, trat meine Zigarette aus und ging zurück zur Schule.

Zwei ewige, langweilige Französischstunden später, war der Unterricht endlich zu Ende und mein Stresspensum völlig ausgeschöpft.

Gedankenverloren schlenderte ich mit meinen Freundinnen durch die Gänge. Ich war aufgeregt, überglücklich, etwas gestresst. Alles auf einmal. In einer halben Stunde trafen wir uns.

Plötzlich spürte ich einen heftigen Aufprall. Meine Tasche viel zu Boden. Sie war noch halb geöffnet gewesen. Meine Schulsachen waren über den kompletten Gang verstreut. Ich hob den Kopf. Und hätte ihn am liebsten wieder gesenkt.
Na super. Es konnte nur noch besser werden.

„Ähm hey, das tut mir leid, hab dich ausversehen angerempelt,.“ Marco.

„Ach echt? Mein Gott dann pass doch auf!“ schnautzte ich ihn an.

Er räusperte sich und bückte sich nach meinen Sachen. Am liebsten hätte ich ihm einen Tritt verpasst.
Naja immerhin sammelte er meine Sachen ein.

„Hier, bitte“ Er reichte mir lächelnd die Tasche.

Ich sparte mir die Worte. Besser so. Ich verzog den Mund zu einem gekünstelten Grinsten, schnappte meine Tasche und machte mich aus dem Staub. Im Augenwinkel sah ich noch, wie Rose und Hélène sich mit ihm unterhielten. Umso besser.
Nichts wie weg!


Als ich auf dem Weg zum Café war vergaß ich meinen Ärger jedoch sofort. Die Freunde überwog.

Ich war ein bisschen zu früh dort, also schaute ich mich zunächst um. Keine Schüler unserer Schule. Super! Ich ging schnell hinein um Manu, dem Cafébesitzer, Hallo zu sagen.

„Wer beehrt uns denn da wieder mit ihrer wunderschönen Anwesenheit, mh?“ rief er mir frech zu.

„Hey“ grinste ich und küsste ihn auf die Wange.

„Na alles klar? Kommst du mich besuchen?“ Manu war so nett.

„Alles fit. Naja, fast. Ich hab 'ne Art Date.“ Ich schenkte ihm einen vielsagenden Blick.

„Wow, wer ist die Glückliche? Nicht wieder die Marokkanerin, oder?“ Er puffte mich in die Seite.

„Nein nein, das ist.. was anderes. Die, mit der ich mich jetzt treffe, die müsste ich erst mal rumkriegen“ murmelte ich.

„Da mache ich mir mal keine Sorgen“ lachte er.

Er kicherte und deutete zum Eingang. „Also wenn sie das ist, dann würd' ich sagen: Guter Fang.“

Ich drehte mich um und sah die Sonne aufgehen. Sie kam direkt auf mich zu.

Sie trug immer noch die selben Klamotten wie heute morgen, nur ihr Haar war etwas zerzaust. Doch das tat ihrer Schönheit absolut nichts ab.

Ich lief ihr entgegen, völlig ahnungslos was jetzt.

„Hey, na?“ begrüßte ich sie.

„Hallo“ lächelte sie und küsste mich freundschaftlich auf die Wange.

Ich schwebte für einen Augenblick auf Wolke 7.

Wir setzten uns an einen Tisch ans Fenster.
Das Café war gemütlich im Stiel der 70er eingerichtet, wir saßen auf sesselartigen Barhockern an einem Drehtisch.
Ich hatte mir während Französisch einige Gedanken zum Theater gemacht. Es war mir im Prinzip fast egal was wir spielten. Ich hatte andere Prioritäten.

Zurzeit wurde im Theater Saint-Lazare Pride and Prejudice von Jane Austen aufgeführt. Eigentlich ein Stück an das wir unseres anlehnen könnten, wo ich doch wusste dass sie Austen liebte.
Ich hatte einen Plan.
Keine Minute war vergangen, da kam Manu um die Bestellung aufzunehmen.

Ich warf ihm einen vielsagenden Blick zu.
„Ich nehm 'ne Cola, Manu“

Sie zögerte kurz und meinte dann „Ich auch, bitte.“

Er nickte. Zwei Minuten später standen die Getränke auf dem Tisch

„Wie war Ihr Tag?“ fragte ich sie und schaute ihr tief in die Augen.

„Naja, ziemlich stressig. Ich bin froh, dass es für heute vorbei ist.“ lächelte sie müde.

„Wow, geht mir genauso.“ grinste ich zurück.

„Aber schön noch mit Ihnen hier zu sitzen, das entspannt ein bisschen“ Ich lächelte und nuckelte am Strohhalm meiner Cola.

Sie erwiderte mein Lächeln.

„Was das Stück betrifft, haben Sie sich ein paar Gedanken gemacht?“ sie schaute mich an.

„Mh, jein. Also ich hab ne Idee aber ich weiß nicht ob das geht. Deswegen... Naja vielleicht ist es auch blöd, ziemlich altmodisch und so“

„Was meinen Sie denn?“ Sie nahm einen Schluck Cola.

„Ich hatte an Pride and Prejudice von Austen gedacht. Wenn man das ein bisschen modernisierte. Allerdings hab ich die Theaterszenen nicht wirklich im Kopf. Es läuft zurzeit im Theater hier – Ich hab mich gefragt ob wir da heute Abend vielleicht zusammen hingehen wollen? Allerdings kann ich auch verstehen wenn Sie da heute keine Lust mehr haben, schließlich ist die Schule ja vorbei...“ Ich lächelte etwas unbeholfen.
Und zitterte innerlich. Eigentlich war das genial. Bei jeder Anderen hätte es gezogen. Bloß bei ihr?

„Klar, warum nicht?“ Sie schenkte mir ein schönes Lächeln.
„Gibt es denn Karten an der Abendkasse?“

„Jap, gibt es. Ähm, das ist super, also dass das klappt. Um 9 fängt das Stück an, sollen wir uns dann um halb 9 treffen?“ Ich fühlte mich jetzt ziemlich sicher weil sie auf mein Angebot eingegangen war, ausserdem wurde mein Körper gerade von einem Glücksrausch durchflutet.

Wir plauderten noch ein bisschen über dies und das, dann ging ich nachhause ins Internat. Ich war sehr froh als ich merkte, dass niemand da war. Ich durchwühlte meinen Kleiderschrank, suchte nach etwas Geeignetem für heute Abend. Ich fand nichts. Natürlich nicht. Es gab kein passendes Outfit für einen Abend wie diesen. Mit einer Frau wie ihr.
Ich entschied mich dann für eine perlmuttfarbene Bluse und einen hochgeschlossenen, gemusterten Minirock von Benetton, der meiner Taille schmeichelte, eine schwarz-transparente Strumpfhose und schwarze Stiefel.

...

to be continued.



copyright © by Sunflower90. By publishing this on lesarion the author assures that this is her own work.



comments


:-)
CrAzYfruitShAkE - 12.08.2013 20:15
Super!
blu3Night - 30.03.2013 19:54
wow :D
Bluemooncat - 10.03.2013 17:09
wow :D
Bluemooncat - 10.03.2013 17:07
WoW
Mehr davon!!
shoker80 - 05.03.2013 01:37

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