:o) was/wem lauschst Du gerade
Phönix aus der Asche
Einst an einem Wegesrand
vielen Menschen wohl bekannt
wuchs wie aus einem süßen Traum
ein schöner, grüner Apfelbaum.
Im Frühjahr stand er stets in duftend’ Blüte,
im Sommer reicht’ er Äpfel dar mit Güte,
im Herbst lud er die Vögelein zur Rast,
im Winter weiß bepudert war ein jeder Ast.
Einem Bild des Friedens war er gleich,
und wenn ich ihn sah, wünscht’ ich sogleich,
des Baumes Glücke möge nie vergehen,
er möge dort für immer stehen.
Doch eines Tages schlug mit ungestümer Kraft
ein Blitz ein und hat ihn so dahingerafft.
Berührt von Gottes weißem Finger fing er an,
auf des Baumes Krone zu tanzen, der rote Hahn.
Die dunkle Nacht ward rasch ganz hell,
die wilden Flammen wuchsen schnell.
Von dem ehemals so starkem Rumpf
blieb letztlich nur ein schwarzer Stumpf.
Am nächsten Tage bin ich hingelaufen,
sah nur noch einen glühend’ Aschehaufen.
Der rauschend grüne Baum, vordem so stolz,
war nur noch ein Stück rauchend’ Holz.
Voll kalter Wut hob ich den Blick
und schrie: „Gott, gib ihn uns zurück!
Zerstört hast Du den süßen Traum –
unseren schönen, grünen Apfelbaum.“
„Warum konntest Du den Baum nicht lassen?“
Ich begann, den Göttlichen zu hassen.
In meinem Herzen war ein jeder Zoll
ausgefüllt mit tiefstem Groll.
Ich vermochte nicht, es zu verstehen.
Warum ließ Gott dies nur geschehen?
Unverständlich war mir hier sein Sinnen,
konnte keinen rechten Zweck daraus gewinnen.
Voll des Zorns wandt’ ich mich ab
und blickte zu des Baumes Grab.
Doch wie ich auf den Boden sah,
ward Folgendes ich nun gewahr:
Außen erschien der Baum so schön und forsch,
doch innen war er faul und morsch.
Innerlich tat er lange schon verwesen,
es war nur eine Frage der Zeit gewesen.
Des Baumes Kräfte sollten nicht mehr reichen,
darum musste er letztendlich weichen.
Jetzt vermag ich’s zu verstehen:
Aus Altem sollte Neues nun entstehen.
Gottes Vorsehung bringt den Baum zurück
und schenkt uns somit neues Glück:
Aus der schwarzen Asche, mit grünem Flaum,
sprießt bereits ein neuer, grüner Baum.
Vieles bleibt dem Mensch verschlossen.
Dennoch ist er gar zu schnell entschlossen,
andere zu verurteilen oder gar zu kränken,
ohne vorher über den Sinn gut nachzudenken.
Till Eulenspiegel
Sinead O'Connor - Troy
http://www.youtube.com/wa [...] =related
Einst an einem Wegesrand
vielen Menschen wohl bekannt
wuchs wie aus einem süßen Traum
ein schöner, grüner Apfelbaum.
Im Frühjahr stand er stets in duftend’ Blüte,
im Sommer reicht’ er Äpfel dar mit Güte,
im Herbst lud er die Vögelein zur Rast,
im Winter weiß bepudert war ein jeder Ast.
Einem Bild des Friedens war er gleich,
und wenn ich ihn sah, wünscht’ ich sogleich,
des Baumes Glücke möge nie vergehen,
er möge dort für immer stehen.
Doch eines Tages schlug mit ungestümer Kraft
ein Blitz ein und hat ihn so dahingerafft.
Berührt von Gottes weißem Finger fing er an,
auf des Baumes Krone zu tanzen, der rote Hahn.
Die dunkle Nacht ward rasch ganz hell,
die wilden Flammen wuchsen schnell.
Von dem ehemals so starkem Rumpf
blieb letztlich nur ein schwarzer Stumpf.
Am nächsten Tage bin ich hingelaufen,
sah nur noch einen glühend’ Aschehaufen.
Der rauschend grüne Baum, vordem so stolz,
war nur noch ein Stück rauchend’ Holz.
Voll kalter Wut hob ich den Blick
und schrie: „Gott, gib ihn uns zurück!
Zerstört hast Du den süßen Traum –
unseren schönen, grünen Apfelbaum.“
„Warum konntest Du den Baum nicht lassen?“
Ich begann, den Göttlichen zu hassen.
In meinem Herzen war ein jeder Zoll
ausgefüllt mit tiefstem Groll.
Ich vermochte nicht, es zu verstehen.
Warum ließ Gott dies nur geschehen?
Unverständlich war mir hier sein Sinnen,
konnte keinen rechten Zweck daraus gewinnen.
Voll des Zorns wandt’ ich mich ab
und blickte zu des Baumes Grab.
Doch wie ich auf den Boden sah,
ward Folgendes ich nun gewahr:
Außen erschien der Baum so schön und forsch,
doch innen war er faul und morsch.
Innerlich tat er lange schon verwesen,
es war nur eine Frage der Zeit gewesen.
Des Baumes Kräfte sollten nicht mehr reichen,
darum musste er letztendlich weichen.
Jetzt vermag ich’s zu verstehen:
Aus Altem sollte Neues nun entstehen.
Gottes Vorsehung bringt den Baum zurück
und schenkt uns somit neues Glück:
Aus der schwarzen Asche, mit grünem Flaum,
sprießt bereits ein neuer, grüner Baum.
Vieles bleibt dem Mensch verschlossen.
Dennoch ist er gar zu schnell entschlossen,
andere zu verurteilen oder gar zu kränken,
ohne vorher über den Sinn gut nachzudenken.
Till Eulenspiegel
Sinead O'Connor - Troy
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