Die Liebe und der Schädel
Die Liebe hat zu ihrem Tron
der Menschheit Haupt erkoren,
Sitzt auf dem Schädel nun voll Hohn
in fröhlich Spiel verloren.
Bläst runde Blasen in die Luft,
die hoch zu steigen scheinen,
Als wollten sie mit Glanz und Duft
die Welt dem Äther einen.
Doch schwebt er in die Luft hinaus,
der Ball aus buntem Schaume,
Zerspringt er, sprüht die Seele aus,
gleich einem goldnen Traume.
Bei jeder Blase, die entflohn,
Hör´ich den Schädel flehen:
"Dies Spiel voll Grausamkeit und Hohn,
Wird´s nie zu Ende gehen?
Hör was dein Mund so frevelhaft
Den Lüften preisgegeben,
Das, Mörder, das war meine Krat,
Mein Hirn, mein Blut, mein Leben."
=Baudelaire=
der Menschheit Haupt erkoren,
Sitzt auf dem Schädel nun voll Hohn
in fröhlich Spiel verloren.
Bläst runde Blasen in die Luft,
die hoch zu steigen scheinen,
Als wollten sie mit Glanz und Duft
die Welt dem Äther einen.
Doch schwebt er in die Luft hinaus,
der Ball aus buntem Schaume,
Zerspringt er, sprüht die Seele aus,
gleich einem goldnen Traume.
Bei jeder Blase, die entflohn,
Hör´ich den Schädel flehen:
"Dies Spiel voll Grausamkeit und Hohn,
Wird´s nie zu Ende gehen?
Hör was dein Mund so frevelhaft
Den Lüften preisgegeben,
Das, Mörder, das war meine Krat,
Mein Hirn, mein Blut, mein Leben."
=Baudelaire=