Das Nichtsein
Denkt jemand darüber nach? Sehnt sich jemand nach dem Zustand des Nichtseins? Manchmal wünsche ich mir nichts stärker, nicht sehnlichster, als einfach aufzuhören. Nichts mehr fühlen und wollen müssen, nicht jeden Tag anzufangen und der Welt begegnen müssen, die ich nicht verstehe. Ich wünsche mir, mich einfach aufzulösen, wie eine Halluzination, die es nie gegeben hat, eine Vision der kranken Weltpsyche. Die eigene Leiblichkeit ist unfassbar und belastbar. Ich denke, das kann doch nicht das ich sein. Und gleichzeitig will ich daran glauben: die Vorstellung, auch nach der Zerstörung des Körpers weiterhin als Subjekt zu existieren, ist furchtbar. Die Vorstellung des Lebens nach dem Tod, mit der sich die Menschheit in der ganzen Menschengeschichte die Illusion der Unsterblichkeit herstellen wollte, versetzt mich in die Panik: der Gedanke, das Nichtssein ist nicht, macht selbst die Hoffnung auf das, was die Menschen Tod nennen, zunichte. Ich will ins Nichtsein.